Standbeelden ter ere van Willem van Oranje>
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Standbeeld te Wiesbaden, Duitsland

Wiesbadener Tagblatt 31-08-2005: Der Schweiger soll bald wieder glänzen Das Denkmal wird in nächster Zeit restauriert / Wiesbaden-Stiftung erwägt Denkmalfonds Vom 31.08.2005 Wiesbadens schönstes Denkmal, das sich in einem kläglichen Zustand befindet, soll nicht länger ein Schattendasein führen: Das Standbild des Schweigers vor der Marktkirche, dessen Beschriftungen völlig unleserlich geworden sind, wird bereits in den nächsten Wochen restauriert. Von Kurt Buchholz Kulturamt und Wiesbaden-Stiftung streben eine enge Kooperation an, die der Pflege und Erhaltung auch aller anderen Wiesbadener Denkmäler gilt. Ausgangspunkt der Bemühungen um ein neues Denkmalbewusstsein war das miserable Erscheinungsbild des "Schweigers", das den Stadttouristen, vor allem aber ausländischen Besuchern, seit Jahren bitter aufstößt. Die Inschrift auf der Vorderseite des Muschelkalksockels ist im Laufe der Zeit so unleserlich geworden, dass historisch weniger bewanderte Stadtbesucher inzwischen nicht mehr nachvollziehen können, wen der junge Mann in eleganter spanischer Robe, kurzem Wams und Wadenstrümpfen eigentlich darstellt. Gäbe es nicht die kundigen Gästeführer der Wiesbadener Tourist Information, die darüber aufklären, dass es sich bei dem "Schweiger" um Wilhelm von Oranien, den Begründer der niederländischen Unabhängigkeit handelt, der für seinen evangelischen Glauben fiel und als einer der bedeutendsten Nassauer in die Geschichte eingegangen ist - die Denkmalbetrachter blieben weitgehend im Ungewissen. Im Kulturamt ist die von unserer Zeitung am unpfleglichen Zustand des Schweiger-Denkmals geübte Kritik inzwischen nicht ungehört geblieben. "Die Beschwerden sind berechtigt, wir werden unverzüglich handeln", bestätigte Jörg-Uwe Funk, der stellvertretende Amtsleiter. Zunächst werde sich das Amt kundig machen, mit welchen voraussichtlichen finanziellen Belastungen zu rechnen sei, um die Beschriftungen auf dem Denkmal wiederherzustellen. "Wir holen sofort einen Voranschlag ein und gehen davon aus, dass bereits im Laufe des September ein zufrieden stellendes Ergebnis erreicht sein wird", sagte Funk. Erste Kostenschätzungen des Wiesbadener Bildhauer- und Steinmetzmeisters Kohlhoff belaufen sich auf 674 Euro. Inzwischen ist die Stadt noch einen Schritt weiter gegangen. "Die Diskussionen um das Schweiger-Denkmal erinnern einmal mehr daran, dass Wiesbaden dringend einen Denkmalkataster, eine grundlegende Bestandsaufnahme braucht, um langfristig planen und arbeiten zu können", sagt Kulturamtsleiter Arno Fischer. Vor diesem Hintergrund ist auch eine offizielle Offerte zu verstehen, die Fischer im Einvernehmen mit dem neuen kommissarischen Kulturdezernenten Wolfgang Herber an die Wiesbaden-Stiftung herangetragen hat. Um die Pflege von Denkmälern in Wiesbaden dauerhaft sicherzustellen, schlägt der Amtsleiter eine enge Kooperation zwischen Stadt und Stiftung mit dem Ziel vor, einen Fonds einzurichten, in den Wiesbadener Bürger Spenden für Denkmäler einzahlen können. Fischer in einem an den Stiftungs-Vorsitzenden Thomas Michel gerichteten Schreiben: "Sie verwalten die Gelder und setzen sie in Absprache mit dem Kulturamt schwerpunktmäßig bei der Sanierung vorher ausgewählter Denkmäler ein." Die Stadt besorge dafür die Auftragsvergabe, überwache die Sanierung und lege in Absprache mit der Wiesbaden-Stiftung die auszuwählenden Denkmäler fest. Bestimmend dafür aber müsse in jedem Fall der Bürgerwille sei. Arno Fischer präzisiert: "Die Bürger werden dann in einer gemeinsamen Aktion aufgerufen und können auf diese Weise gleichzeitig auch den Bestimmungszweck ihrer Spende genauer qualifizieren." Die Wiesbadener können somit darüber befinden, ob sie ein eher historisches Denkmal oder ein Kunstobjekt aufgewertet sehen möchten. Der Vorstand der Wiesbaden-Stiftung, die sich bereits mit ihrer Aktion "Ein Stein für die Ewigkeit" um die Restaurierung der historischen Wappeninsel vor dem Rathaus Verdienste erworben hatte, trat gestern Abend zu einer Sondersitzung zusammen, um über die Vorschläge aus dem Kulturdezernat zu befinden.